Im globalen Wettbewerbsumfeld Unternehmenserfolg durch Voraussicht, Initiative und konsequentes Handeln sichern.

Auf den 2. Starnberger Management-Tagen diskutierten Top-Manager aktuelle Herausforderungen und erfolgreiche Praxisbeispiele.

Die Steuerung unternehmerischen Wandels im globalen Wettbewerbsumfeld gilt als besondere Herausforderung des Managements. Auf den 2. Starnberger Management-Tagen setzten sich Top-Manager internationaler Großunternehmen wie DaimlerChrysler und Siemens sowie führender Mittelständler wie Weidmüller und Voith am 22. und 23. September mit dieser Herausforderung auseinander und suchten praxisnahe Lösungswege.

Das Führen von Unternehmen ist durch den Einzug der Globalisierung ins day-to-day business deutlich komplexer geworden. Manager im operativen Geschäft sind deshalb zunehmend Zielkonflikten und Spannungsfeldern ausgesetzt. Sie sind gefordert, Unternehmen permanent weiterzuentwickeln und zu verändern. So werden einerseits Standortverlagerungen, M&A-Aktivitäten und Innovationszwänge immer selbstverständlicher. Andererseits bleiben kontinuierliche und stabile Performancesteigerungen die Standardanforderung. Darüber hinaus müssen nicht nur Großunternehmen, sondern auch mittelständische Gesellschaften heute global denken, aber trotzdem lokal über den Erdball hinweg kundennah agieren.

Werner Dilly (Chief Financial Officer der Weidmüller Gruppe, Detmold) verdeutlichte am Beispiel eines weltweit aufgestellten Mittelständlers mit 2400 Mitarbeitern, Vertretungen in 70 Ländern der Erde, 70% Umsatzanteil im Ausland und einem jährlichen Wachstum in China von 40%, dass Internationaliserung für den Mittelstand kein neues Thema sei, es aber an neuer Qualität und Komplexität gewonnen habe.

Um in diesem Umfeld zu bestehen, habe Weidmüller in einem „Kurswechsel“ eine 180 Grad-Wendung vollzogen, um die Wertschöpfungskette zu straffen und die  Organisation prozessual „vom Kunden zum Kunden“ auszurichten: „Wenn der Kunde nicht mehr bereit ist, höhere landed costs zu bezahlen, wenn er seine Standorte verlagert, dann müssen sie als strategischer Zulieferer gemeinsam mit ihm umziehen.“ Daher sei die Welt für den Mittelstand genau so groß wie für multinationale Unternehmen, aber der Mittelstand habe begrenzte Ressourcen.

Herr Dilly stellte fest: „Kostenführerschaft ist in Deutschland nicht mehr wahrnehmbar, der Ingenieurnachwuchs fehlt und die Kernmärkte verlagern sich. In diesem Rahmen müssen sie die Kompetenzen, die sie in Deutschland halten und ausbauen wollen, ständig neu definieren.“ Daher habe man entschieden, High Tech (Hochautomatisierte Fertigung) und High Spirit (Marketing und Entwicklung) in Deutschland zu stärken, um die strategische Neuproduktentwicklung weiter unter eigener Regie zu halten. Produktweiterentwicklungen hingegen gebe man nach außen, wenn dies das Unternehmen entlaste ohne andere „aufzuschlauen“. Gegen das Kopieren von Lösungen im Standardsegment jedoch könne man sich beispielsweise in China einfach nicht schützen.

Bernd Gombert (Geschäftsführer eStop Engineering GmbH & Co. KG, Grafrath / München) zeigte, wie Innovationen die Veränderung in einem Unternehmen vorantreiben und welche Rolle sie für Deutschland spielen.

Anhand der Keilbremsen-Innovation, die nach heutigen Einschätzungen der Experten die Bremstechnologie weltweit revolutionieren wird, bekräftigte Herr Gombert seine Überzeugung: „Unser Wohlstand hängt von Erfindungen ab, die hier gemacht werden müssen. Nur dies sichert Deutschland langfristig den heutigen Lebensstandard.“

Herr Gombert konnte freudig verkünden, dass für seine Erfindung ein Großinvestor gefunden wurde, der in gut 4 Wochen bekannt gegeben wird. „Wenn es dem Großinvestor jetzt gelingt, das Projekt schnell, kundenorientiert und zu wettbewerbsfähigen Preisen zu realisieren, dann wird hier wieder ein Weltstandard aus Deutschland heraus gesetzt“ war sich Dr. Seidenschwarz sicher. Die eigenfinanzierte Entwicklung des von Bundeskanzler Schröder mit der Überrreichung des Hermes Award geehrten revolutionären Bremssystems hatte Gombert mit der Einstellung durchgestanden: „Wenn Sie es aus Leidenschaft tun, ist es wie Surfen oder Skifahren.“

Die Politik und 180 Venture Capital Firmen hatten es sich vorher im Übrigen nicht zugetraut, diese heute bereits hochgeschätzte Innovation frühzeitig umfassend zu fördern. Auch hier wollte zunächst nur ein chinesicher Investor aus Shanghai mit den Worten unterstützen:“ Wir haben das Geld aber keine Innovation.“

Oliver Bierhoff (Teammanager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und WM Botschafter 2006) zog Parallelen zwischen Leistungssport und Wirtschaft:

Die besten Fußballer sind nicht immer die erfolgreichsten, wenn sie nicht die Disziplin besitzen, ihren Lebenswandel entsprechend ihren Zielen und einer Strategie auszurichten, strenge Trainingsmuster einzuhalten und Taktiken umzusetzen. Mut zeigt sich dabei, den riskanten Pass zu spielen: „Eigentlich muss sich nicht derjenige rechtfertigen, der Fehler macht, sondern derjenige der sich nicht traut. Und die Besten der Besten innovieren ein Spiel und sind in der Lage `neue Märkte´ zu eröffnen. So wie David Beckham, der sich auch eine Strategie für die nächsten Jahre zurecht gelegt hat, für den Fußball und die Vermarktung“. Manager und Trainer müssen darüber hinaus wie Unternehmensführer die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Spieler wie Pavel Nedved, der alles unter seine Fußballerleidenschaft unterordnet, ihre Stärken im Team dann auch realisieren können.

Vielleicht ist Oliver Bierhoffs ungewöhnlicher Weg an die absolute Weltspitze deshalb sogar der gewöhnliche Weg, denn auch für Unternehmen gilt: „Stehen als Priorität nicht höchste Ansprüche, werden sich – frei nach der Seidenschwarz’schen Zielpyramide – auch nicht als selbsterfüllende Verheissungen Erfolge einstellen.“

“Im Sport fordert jeder, dass das pure Leistungsprinzip zählt. Im beruflichen Alltag aber seltsamerweise nicht.“

Die Seidenschwarz & Comp. GmbH ist ein international tätiges Management Consulting Unternehmen mit Stammsitz in Starnberg bei München. Die Beratungsschwerpunkte sind Strategieentwicklung und -implementierung, Innovation, Produktentstehung, Markterfolg, Performancesteigerung sowie Leadership und unternehmerischer Wandel. Kunden der Seidenschwarz & Comp. GmbH sind internationale Großunternehmen und große mittelständische Unternehmen. Seidenschwarz & Comp. ist in Projekten weltweit tätig, unter anderem in Shanghai, Peking, Toronto, Sao Paulo, München oder Hamburg.

Der Beratungsansatz der Seidenschwarz & Comp. GmbH basiert auf dem Konzept from idea to value®. Durchgängig von der ersten Idee bis zur Umsetzung soll Unternehmenswert generiert werden. Dabei kann es sich um kreative Ideen, neue Strategien, neue Geschäftsmodelle, neue Produkte und Dienstleistungen, neue Prozesse, neue Steuerungssysteme oder eine Restrukturierung bzw. eine Revitalisierung der genannten Elemente handeln.